by Jennie Zimmermann

“Ich kann kein Russisch” (I don´t speak russian)

deutscher Text weiter unten
Installation with string instrument (Kokle/Gusli/Kantele), tape and tape recorder, pens, DadaMachines, Ableton live, microphone stands.
(phyla, Jennie Zimmermann/Gisbert Schürig, 2020)

I started learning russian with my grandma when I was 9 years old.
I didn’t learn much, but there is still a tape recording of those russian lessons.

The musical instrument is one of the many mysterious gifts that were brought to me from Latvia or Russia in my childhood next to amber necklaces, brooches and pendants, knitted gloves, woven fabrics and blankets. These objects accompany me. I have never found a real use for them. They remained strange to me, but I developed a great affection for these objects.
Russia and Latvia have remained foreign to me.

I discovered drawing through my grandma. Her many slips of paper were filled with geometric shapes next to notes and telephone numbers.
Drawing was always present as artistic sensitivity, momentary. It was an improvised, loving act.
“I don’t know Russian” transforms the clear orientation of the russian lessons into the unpredictable dance of pens and sounds that have no logic and mean nothing.

The spontaneous movement of the pens are controlled
through the speech impulses and connect to my life as a dancer today.

Insights into the technology of the installation:
We converted the original tape recording into midi signals using Ableton Live software. These midi signals are control signals that roughly correspond to the pitches of the voice recording. Two selected pitches trigger an impulse in one of the two motors that set the pens in motion.

“Ich kann kein Russisch”

Installation mit Saiteninstrument (Kokle/Gusli/Kantele), Kassette und Kassettenrekorder, Stifte, Dada Machines, Ableton Live, Mikrofonständer (phyla, Jennie Zimmermann/ Gisbert Schürig, 2020)

Als Kind habe ich mit 9 Jahren angefangen, bei meiner Omi russisch zu lernen. Lange habe ich nicht durchgehalten, aber es gibt noch eine Aufzeichnung auf Kassette von diesen Russisch Lektionen.

Aus diesen Tagen besitze ich ein Musikinstrument, das mich an meine Omi erinnert – vielleicht hat sie es mir mitgebracht, oder eine Verwandte oder Freundin, die zu Besuch gekommen war. Es ist eines unter den zahlreichen geheimnisvollen Geschenken, die aus Lettland oder Russland zu mir kamen in meiner Kindheit: Bernstein als Ketten, Broschen und Anhänger, kleine Kisten und Kästchen, um diese Bernsteine aufzubewahren. Gestrickte Handschuhe, gewebte Stoffe und Decken. Diese Objekte begleiten mich, aber eine wirkliche Verwendung habe ich nie gefunden. Sie sind mir fremd geblieben, jedoch habe ich eine große Begeisterung für diese Objekte. Russland und Lettland sind mir fremd geblieben.

Ich habe über meine Omi das Zeichnen entdeckt. Ihre vielen Zettel waren gefüllt mit geometrischen Formen und Verzierungen neben Notizen und Telefonnummern.
Das Zeichnen war immer anwesend als künstlerische Sensibilität, momenthaft. Es war eine improvisierte, liebevolle Handlung.

“Ich kann kein Russisch“ transformiert die klare Ausrichtung der Russisch Lektionen in den unvorhersehbaren Tanz der Stifte und Klänge, die keiner Logik folgen und nichts bedeuten. Der klare Bezug zur russischen Sprache verwandelt sich in etwas Unergründliches, ohne damit in die Ferne zu rücken: Für mich ergibt sich aus der spontan wirkenden Bewegung der Stifte gesteuert über die Sprachimpulse eine Verbindung zu meinem heutigen Leben als Tänzerin. Ich fokussiere mich in freier Bewegung und Improvisation auf den Bewegungssinn, Impulse und Wirkung. Direkt im fremd gebliebenen findet sich auch das zutiefst eigene.

Einblicke in die Technik der Installation: Die ursprüngliche Kassettenaufnahme haben wir mit der Software Ableton live in Midisignale umgewandelt. Das sind Steuersignale, die ungefähr den Tonhöhen der Sprachaufnahme entsprechen. Das Auftauchen zweier ausgewählter Tonhöhen löst jeweils einen Impuls in einem der zwei Motoren aus, welche die Stifte in Bewegung bringen.

Making of

Hier ein kleiner Einblick in Stationen der technischen Umsetzung:

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